Design thinking - kann man Innovation lernen?

Das hiogi-Team hat sich gestern Abend mal eine kreative Auszeit genommen und ist der Einladung von Prof. Ulrich Weinberg, dem Leiter der HPI School of Design Thinking nach Potsdam gefolgt. Gespannt haben wir Professor Hasso Plattner und Stanford-Professor Terry Winograd, zwei weltweit führenden Design Thinking-Spezialisten aus dem IT-Bereich, zum Thema “Kann man Innovation lernen?” gelauscht.

Die Hauptaussagen waren die Folgenden:

  • Nur in interdisziplinarischen Teams kann sich Innovation und Kreativität entfalten.
  • “Design Thinking” verfolft einen T-Ansatz, der bereits vertikal spezialisierten Studenten neue horizontale Denkrichtungen eröffnet.
  • Es ist wichtig beim Brainstormingprozess auf verrückte und andersartige Methoden zurückzugreifen.
  • Die Innovationsarbeit sollte in einer lockeren Umgebung ohne Zwänge und Hierarchien stattfinden.
  • Ganz wichtig bei der Entwicklung von neuen Ideen ist die intensive Befragung und Beobachtung von Endkunden.
  • Prototyping, Prototyping, Prototyping und sich überwinden alte Ideen oder Lösungen wegzuschmeißen und Designschritte mehrmals zu wiederholen und zu verknüpfen.

Diese Vorgehensweise ist nicht neu und wurde von den Vortragenden auch nicht als neuartig propagiert. Aber den beiden Professoren scheint viel daran gelegen, dass sich diese alternative Herangehensweise bei der Lösung komplexer Probleme - vor allem in der Softwareentwicklung - weltweit durchsetzt und mehr Beachtung findet.

Für uns als junges Start-Up mit einem kleinen, schlagkräftigen Team aus Programmierern, Grafikern, Fachabteilung und Marketingleuten bestätigten die Vorträge unsere Arbeitsweise. Oben genannte Punkte haben wir ganz intuitiv verfolgt und dabei auch bewährte Methoden wie Brainstormings, Post-its, Feedback-Schleifen und Prototyping eingesetzt. Bevor das jetztige hiogi-System beispielsweise online ging haben wir mindestens 3 Entwürfe und fertige Designs wieder weggeschmissen. Zudem laden wir regelmäßig Probanden von der Straße zum Testen ein und versuchen einen intensiven Kontakt mit der Community zu pflegen.

Fazit: Wir konnten nicht allzu viel dazu lernen und die Frage, ob Innovation wirklich erlernbar ist, z.B. anhand eines Cook-Books oder gewissen Regeln für die verrückte Kreativarbeit, blieb leider unbeantwortet. Aber das Engagement unseres Investors Hasso Plattner zeigt definitiv den richtigen Weg auf und jedes Software-Unternehmen sollte sich regelmäßig Zeit für Kreativworkshops und Kundenbefragungen außerhalb der gewohnten Bürowände nehmen. Uns kostet dies regelmäßig nur 4-5 Pizza. ;-)

Hier noch zwei Bilder von gestern:

Iterativer Prozess  zwei IT-Schwergewichte

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