Schärfentiefe – Konzentration auf das Wesentliche

By | 13. 05. 2013

Schärfentiefe und Tiefenschärfe werden oftmals synonym verwendet. Dabei ist Schärfentiefe der einzig richtige Begriff für dieses fotografische Stilmittel. Damit ist also die “Tiefe der Schärfe” in einem Bild gemeint (man sagt ja auch für den Grad der Schärfe einer Currysauce nicht Gradschärfe, sondern Schärfegrad).

Damit ist der Bereich im Bild gemeint, der noch einigermaßen scharf wahrgenommen wird. Denn die Kamera stellt ja meistens nur auf einen bestimmten Bereich scharf. Der Bereich davor und dahinter liegt im unscharfen Bereich. Darauf hat der Fotograf aber einen Einfluss und kann ihn für verschiedene Motive oder Stimmungen nutzen und sich so auf das Wesentliche konzentrieren.

Blick durch eine Maueröffnung Blick durch eine Maueröffnung

Je nach Wahl der Schärfentiefe,
kann das Bild eine ganz andere Wirkung haben.

Viel Schärfentiefe heißt also, dass das ganze Bild scharf ist. So ist es meistens bei Landschaftsaufnahmen

Blick vom Gasometer Oberhausen

Blick vom Gasometer Oberhausen

Wenig Schärfentiefe hingegen benutzt man gerne bei Portraits. Denn hier soll der Blick ja auf das Wesentliche gerichtet werden. Tipp: Stellt immer auf die Augen scharf, zumindest auf das Auge, was näher zur Kamera gerichtet ist.

Wie funktioniert das nun mit der Schärfentiefe?

Am besten kann man die Intensität der Schärfentiefe über die Einstellung an der Blende der Spiegelreflexkamera einstellen. Wenn hier auf die Zeitautomatik oder Blendenvorwahl (meistens gekennzeichnet mit A oder Av – da hilft ein Blick ins Handbuch der Kamera) eingestellt wird, dann kann man die Blende selbst verändern und die Kamera übernimmt dann die Einstellung der Belichtungszeit.

  • Eine große Blendenzahl (z.B. f 16) bedeutet, dass die Blendenöffnung klein ist. Und das wiederum zieht eine lange Belichtungszeit nach sich, weshalb sich ein Stativ empfiehlt. Hierdurch wird eine große Schärfentiefe erreicht, also viel Schärfe.
  • Eine kleine Blendenzahl (z.B. f 2.8) bedeutet, dass die Blendenöffnung groß ist. Und das wiederum bedeutet eine kurze Belichtungszeit. Hierdurch wird eine kleine Schärfentiefe erreicht, wodurch man viel Unschärfe im Vordergrund und vor allem im Hintergrund gewinnt.

Fotoblenden

Je kleiner die Blendenzahl, desto größer die Blendenöffnung,
desto kürzer die Belichtungszeit.

Bild: KoeppiK/Wikipedia

Natürlich spielt auch die Distanz zum Objekt und die Brennweite des Objektivs eine Rolle. Durch eine größere Brennweite, bei gleicher Distanz und gleicher Blende, verringert sich zum Beispiel die Schärfentiefe auf dem Bild.

Ich empfehle: ausprobieren! 🙂

Bis bald! Euer Simon

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Ich akzeptiere

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.