Umsatzsteuer-ID vom Finanzamt – Ende gut, alles gut?

By | 06. 03. 2013

Die Teile 1 und 2 meiner Ausführungen haben wohl das ein oder andere Grinsen mit sich gebracht. Einige Geschichten und auch empörte Zuschriften habe ich erhalten: Denn nicht nur ich habe unglaubliche Szenen erlebt.

Antonia: “Mir wurde geschildert, dass meine zuständige Sachbearbeiterin von Zuhause aus arbeite. Seit zwei Monaten gäbe es aber Probleme mit dem Internetanschluss. Von daher müsse ich mich etwas gedulden. Eine Frechheit”.

Hermann aus Köthen berichtete, dass seine Unterlagen vollständig vorlägen, die Belege seiner Frau aber leider nicht angekommen seien. “Wir haben das in einem gemeinsamen Umschlag persönlich eingeworfen”, schrieb er verzweifelt. Erst nach wochenlangen Telefonaten waren die Unterlagen endlich gefunden.

Vielen Dank für die netten Zusendungen.

Wie ging es nun aus mit der Umsatzsteuer-ID?

Sie erinnern sich vielleicht. Zuerst war niemand zuständig, der zuständige Sachbearbeiter (Herr H.) war wochenlang verschollen oder inexistent und nach zahlreichen Nachfragen habe ich die Umsatzsteuer-ID bekommen – aber die ach so dringend korrekt anzugebende Adresse war falsch geschrieben.

Ich rief also, vor Wut pochend, beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) an. Die nette Dame erklärte mir, sie könne mir nicht helfen, ich müsse mein Finanzamt befragen. Sie erklärte mir sehr charmant, dass ein Tippfehler kein Problem sei, da müsse man nur schnell den fehlenden Buchstaben einfügen und ich hätte Ruhe.

Blonde Frau mit Headset

Das war ganz sicher die Dame vom BZSt. Glaube ich.

Bild: Benjamin Thorn/pixelio.de

Der nächste Anruf führte mich also in mein heißgeliebtes bayerisches Finanzamt. Und: Die Überraschung war gelungen: Es gibt einen Herrn H., kurz angebunden, aber sehr freundlich:

“Ham Sie a Steiernummer?”
”Nein! Nia griagt!”
”Hmm, den Briaf miassns boid griang. Aber I sog eana nommoi ois zur Sicherheit o.”
[“Haben Sie Ihre Steuernummer zur Hand?”
”Nein, den habe ich nie bekommen.”
”Hmm, den Brief sollten Sie bald bekommen. Aber ich sage Ihnen alles einfach nochmal an.”]

Nachdem er mir die Nummer diktierte, meinte er – amüsiert:

“Ach, und iatz woinsma song, dass ned in da Es-Ce-Illerstrass wohnan, sondern in da Schillerstrass?”
”Ja, desweng ruaf I o.”
„Zack, des is erledigt. Machans eana koane Sorgen, des basst oisse.”
”Aiso brauch I nix mehr doa?”
”Ah wo, des is ois perfekt. An scheena Dog.”
[“Ach, und nun möchten Sie noch anmerken, dass Sie nicht in der Es-Ce-Illerstraße wohnen, sondern in der Schillerstraße?”
”Ja, das ist der Grund meines Anrufs.”
”Zack, das ist erledigt. Machen Sie sich keine Sorgen mehr, das ist alles in bester Ordnung.”
”Also brauche ich nichts mehr veranlassen?”
”Ach was, das ist alles perfekt. Einen schönen Tag noch.”]

Auch wenn ich Herrn H. bislang für einen dienstfaulen Drückeberger hielt, er hat mir schnell und freundlich weitergeholfen.
So wenn es nur immer wäre…

Comic fauler Beamter

Stefan Bayer/pixelio.de: Kennt er Herrn H. etwa? Winking smile

Auf jeden Fall freue ich mich weiter über Ihre Zuschriften, vielleicht können wir ja mal ein Best-Of der Erlebnisse mit dem Finanzamt machen.

Für mich gilt auf jeden Fall – vorerst: Ente gut, alles gut!

Herzliche Grüße

CHRIS

Nachtrag:
Pflichtbewusst, wie man mich kennt, habe ich die erste Voranmeldung für die Umsatzsteuer abgegeben und natürlich sofort eine Abmahnung erster Sahne kassiert: FALSCH! Dieses Mal würde man es noch korrigieren, aber ich solle mich ab sofort daran halten! Unterschrieben von? Einer Frau S., nicht Herrn H. Winking smile

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