WhatsApp wird kostenpflichtig

By | 25. 03. 2013

Seit Jahren geistert es durch die Medien und durch soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter und wird von Mund zu Mund propagiert: WhatsApp wird kostenpflichtig!

Auf allen Plattformen ist geplant, künftig einen Dollar pro Jahr zu verlangen. Ein Dollar pro Jahr, 89 Euro-Cent pro Jahr, entspricht sagenhaften 7,42 Euro-Cent pro Monat.

Ich denke an meine Jugendzeit zurück. Melli hieß sie, ein nettes Mädchen. Ich bin pro Woche zweimal losgelaufen, um mir eine neue Prepaid-Karte zu kaufen. Ich habe ihr laufend gesimst. Das ist neudeutsch für “SMS versenden”.

Später habe ich mir einen Handyvertrag geholt. Melli war vergessen, Verena aktuell. 60 Euro betrug die erste Handyrechnung. Am Ende des Monats habe ich immer die gesendeten Objekte gezählt, hochgerechnet und meine Oma um Geld angepumpt, Rasen gemäht oder Schnee geräumt, um die Rechnung bezahlen zu können.

“Treffen wir uns heute abend?” “Wo?” “Am Fischbrunnen” “Wann?” “Um 19 Uhr” “Geht auch 19.30 Uhr?” “Ok, bis später” “Bis dann” und schon waren gut 1,50 Euro durch den Äther geblasen.

Ansicht WhatsApp

So schnell geht es heute per WhatsApp.

Die Jugend von heute kennt diese Situationen nicht mehr. “Kostenairbag”, “SMS-Flat” und Messaging-Dienste wie Facebook-Messenger, WhatsApp, Joyn, iMessage, Push-Email und, und, und sorgen dafür, dass Kommunikation unbegrenzt möglich ist.

Wenn ich nun einen Vergleich anstelle:

2005: ICQ, SMS
2013: ICQ, MSN, Skype, Lync, 2 dienstliche eMail-Accounts, dutzende private eMail-Accounts, SMS-Flatrate auf zwei Handys, Datenflatrate, nationale Flatrate für Telefon und SMS auf einem Handy, eine weltweite Flatrate auf dem anderen Handy, eine Festnetznummer mit weltweiter Erreichbarkeit zum Ortstarif auf dem Handy, Facebook-Messenger, WhatsApp auf zwei Handys. Und das Ganze in meinen beiden Hosentaschen.

Frau blickt auf ihr Handy

Stets erreichbar, wollen wir das wirklich?

Bild: Joachim Kirchner/pixelio.de

Sie sehen, die Kommunikation hat sich verändert. Dank Facebook, Twitter, WhatsApp und Flatrates sind wir nun rund um die Uhr erreichbar.  Überall.

Über 60 Milliarden versandte SMS im Jahr 2012 – nur in Deutschland. Über WhatsApp werden täglich mehr als 17 Milliarden Nachrichten versandt – weltweit.

Ich persönlich bezahle sehr gerne knapp 8 Cent pro Monat, um WhatsApp zu nutzen, wenn ich mich an meine früheren Handyrechnungen zurückerinnere. Dank Gruppennachrichten halte ich Kontakt zu liebgewonnenen Bekannten oder gebe Bescheid, dass es in der Arbeit mal wieder länger dauert.

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