Geschenk anno 1989: Woolworth weckt Erinnerungen!

By | 14. 03. 2013

Geschenke sind ja bekanntlich nicht nur Dinge, die einer/m von mehr oder weniger netten Menschen dargebracht werden, manchmal macht man sich auch selbst solche. Mitunter kommt es vor, dass sich Geschenke über Jahre in die Erinnerungen einbrennen, besonders dann, wenn sie sich mit bedeutenden Geschehnissen verbinden. So geht es mir mit einem technischen Gerät, welches ansonsten eher für Traumata oder unvollendete Träume 😉 verantwortlich ist – meinem Radiowecker!

Radiowecker von 1989

Uralt, aber funktioniert noch immer – mein Woolworth-Radiowecker!

Es war im Dezember 1989, die Grenzen waren gerade gut vier Wochen geöffnet, als meine Frau und ich erstmals in den „Goldenen Westen“ fuhren. Und natürlich war es nicht nur die Neugier auf den „real existierenden Kapitalismus“, sondern ganz besonders auch die Aussicht auf das sogenannte „Begrüßungsgeld“. Und so packten meine Frau und ich also unsere drei Kinder – denn die mussten mit, man musste sie beim Geldempfang auf den Banken „in Natura vorzeigen“(!) – und fuhren mit dem Zug gen Westberlin. Wir landeten, warum auch immer, in Wedding, und dort gab es einen riesigen Woolworth! Das war für uns völlig unglaublich, wie viel „Zeuchs“ in einem einzigen Geschäft verkauft werden kann! Und vieles war für uns natürlich auch ‚neu‘ oder wir hatten es zumindest noch nie in Natura gesehen. Wir waren allerdings, trotz aller Verlockungen, gaaanz vorsichtig mit dem ‚neuen Geld‘, wollten möglichst lange etwas davon haben. Niemand wusste ja damals, dass ein halbes Jahr später jeder Deutsche die D-Mark haben würde …

Wir also rein in den Supermarkt, nach meinen Erinnerungen war es samstags und der Laden brechend voll! Die Fülle an Waren hat uns förmlich erschlagen! Wir liefen stundenlang durch die Regale, packten etwas ein und meistens wieder aus und letztlich war es dann der angesprochene Radiowecker mit Kassettenfunktion (! – gibt’s sowas heute eigentlich noch^^), der an der Kasse übrig blieb! Er war vom „Grabbeltisch“ (ja, die gab’s da bei Woolworth 😉 ) und kostete wohl so um die 15,oo DM, soweit mich meine Erinnerungen nicht trügen!? Das war dann auch alles, was wir uns „leisteten“, abgesehen natürlich von viel Obst und ein paar anderen Kleinigkeiten für die Kinder.

Und warum das überhaupt eine Erwähnung wert ist? Erstens verbinden sich für uns Erinnerungen an den vielleicht bedeutsamsten Tag in unserem Leben aber zweitens staune ich heute noch gelegentlich darüber, dass mich dieser „Woolworth-Wecker“ noch heute bei Bedarf jeden Morgen zuverlässig weckt! Und das ist nach über 20 Jahren vielleicht doch nicht so ‚normal‘, oder?

Und wie ist das bei Euch? Gibt es spezielle Erinnerungen oder Geschenke, die ihr mit der Wiedervereinigung verbindet? Wäre bestimmt interessant, wie bzw. was andere Menschen in diesem Zusammenhang erlebt haben …

GASTBEITRAG DIRK

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