Abitur in der Tasche und was dann?

By | 08. 04. 2013

In diesen Wochen beginnt für viele Schüler und Schülerinnen der Endspurt einer langen Schullaufbahn. Aber was kommt nach dem Abitur? Ein Jahr ins Ausland oder besser keine Zeit verschwenden? Direkt eine Ausbildung oder doch lieber ein Studium? Weiterhin „Hotel Mama“ oder ab in die WG? Woher kommt das nötige Kleingeld und ganz wichtig: „Welcher Beruf ist der richtige für mich?“

In einer Zeit, wo scheinbar alles möglich ist, stellt diese Frage für manche Jugendliche eine große Belastung dar. Obgleich alle Wege offen stehen, schrecken Berichte über die Generation Praktikum, arbeitslose Akademiker oder mickrige Stundenlöhne natürlich ab. Ich beneide die jungen Leute nicht. Auch wenn schon Generationen vor uns in puncto Berufswahl eine Entscheidung treffen mussten, so ist es doch heute im Jahre 2013 schwieriger denn je.

Lupe mit Schriftzug Schule und dann?

Was mache ich nach der Schule?
Welcher Beruf ist der richtige für mich?
Mit dem Abitur in der Tasche stehen alle Wege offen.

Bild: Dieter Schütz/pixelio.de

Früher kamen manche Kinder quasi schon als Feuerwehrmänner auf die Welt. Das gibt es natürlich heute auch noch. Aber in den meisten Fällen herrscht die pure Ratlosigkeit. Superstar ist natürlich auch eine Option, aber das lassen wie hier einmal außen vor. 😉

Wie findet man einen geeigneten Beruf? Nachfolgend ein paar Anregungen.

Schon bevor man das Abitur in der Tasche hat, sollte man Augen und Ohren nach einem passenden Beruf offenhalten. Welche Berufe gibt es in der Familie, welche im Bekannten- und Freundeskreis?

Nutzt das Schulpraktikum für das, was es sein soll: Ein Hereinschnuppern in den Wunschberuf. Drei Wochen irgendwo Kaffee kochen oder kopieren, nur weil die Firma um die Ecke liegt, ist verlorene Zeit.

Ab ins Internet! Noch nie war die Informationsbeschaffung so einfach. In berufsspezifischen Foren kann man sich mit „alten Hasen“ austauschen und erfährt Details, die man sonst nicht erfahren würde.

Holt die Eltern mit ins Boot. Es ist keine Schande, sich zusammen mit Mama und/oder Papa beim Arbeitsamt beraten zu lassen. Volljährigkeit bedeutet nicht zwangsläufig, dass man ab sofort komplett auf sich alleine gestellt ist.

Wenn Ihr Euch für einen Beruf entschieden habt, sollte auch ein Plan B oder C vorhanden sein. Denn nichts ist schlimmer, als unter Zeitdruck eine Entscheidung treffen zu müssen. Wenn der Wunschberuf, aus welchen Gründen auch immer, nicht erreichbar ist, muss eine Alternative her.

Haltet Ausschau nach „Nischenberufen“ und beachtet die allgemeine berufliche und gesellschaftliche Entwicklung. Betriebswirte gibt es wie Sand am Meer, aber wer baut später die neue Generation der Herzkatheder? Die klassischen Berufe in der Krankenpflege sind gut und schön, aber wer organisiert demnächst den ganzen Pflegeapparat? Alte Berufe verschwinden oder werden angepasst – neue entstehen. Der Kfz-Mechaniker von früher ist nicht mehr der klassische Schrauber, denn ein Auto ist heute mehr ein Computer als ein fahrbarer Untersatz. Galt der Beruf des Anwalts früher als „Geldverdienmaschine“, leben viele Anwälte heute auf Hartz 4-Niveau.

Informiert Euch über finanzielle Unterstützungen. Zum Glück gehören Studiengebühren mittlerweile fast überall der Vergangenheit an. Wenn das Studium nicht großzügig von den Eltern gesponsert wird, muss ein Nebenjob her. Dabei sollte das eigentliche Ziel aber nie aus den Augen verloren werden. Leider gibt es immer wieder Beispiele, dass junge Leute im Callcenter „hängenbleiben“, weil sie den Anschluss an der Uni irgendwann verloren haben.

Nicht jede(r) muss studieren. Oft ist eine Ausbildung die bessere Wahl. Ein späteres Studium ist dadurch ja nicht ausgeschlossen.

Ein Beruf hat immer auch etwas mit Berufung zu tun. Auch wenn „der Blick über den Tellerrand“ propagiert wird – Arbeit soll auch Spaß machen. Selbst wenn heute kaum noch jemand das ganze Arbeitsleben nur einen Beruf ausübt – widerwillig morgens zum Job gehen, ist keine gute Perspektive.

Und bitte nicht vergssen: Wenn Ihr das Abitur in der Tasche habt, heißt es erst einmal richtig feiern. Viel Spaß!

GASTBEITRAG USCHI

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