Kasper lebt! Kinder lieben Puppentheater

By | 09. 02. 2013

In der heutigen Zeit fragt man sich manchmal, wie man ohne den Einsatz von technischem Equipment als Kind „beschäftigt“ wurde oder wie man selbst die eigenen Sprösslinge beschäftigt hat. In viele Familien hat der Computer längst Einzug gehalten und das nicht immer zum Wohl der Kinder. Gerade den Windeln entwachsen, tippen die kleinen Finger schon auf einem iPad herum, ab vier Jahren steht der Fernseher im Kinderzimmer und spätestens ab Schulalter hat Herr Apple ganz gewonnen, denn pünktlich zur Einschulung gibt es das erste iPhone.

Wer meint, ich übertreibe, soll sich einmal mit offenen Augen umschauen. Manche Kinder kennen Tiere nur von einer Bauernhof-App. Sie sind in der Lage, die Playstation zu bedienen, fühlen sich aber „überfordert“, wenn es gilt, ein Gedicht auswendig zu lernen. Früher gab es den Zappelphillip, heute gibt es Ritalin.

Zum Glück gibt es noch Altbewährtes: der gute alte Kasper ist nicht ausgestorben, wie ich heute feststellen konnte.

Plakat Kasperletheater

Kasper lebt!

Warum hat Puppentheater (und hier gerade die Geschichten um Kasper und Co.) eine positive Wirkung auf Kinder? Je komplexer die Welt, desto angenehmer sind verständliche und verlässliche Strukturen. Die Prinzessin ist immer die Prinzessin, das Krokodil ist immer das Krokodil und Kasper ist immer der Kasper. Alle Rollen sind klar. Niemand stellt sie infrage. Besonders kleine Kinder mögen Rituale. Sie geben ihnen Sicherheit und Halt. Aus diesem Grund ist auch das abendliche Vorlesen so wichtig.

Auch beim Puppentheater gibt es Rituale. Besonders witzig ist, dass Kasper scheinbar nie das sich heranpirschende Krokodil sieht. Die Kinder schreien sich die Lunge aus dem Hals, aber Kasper hat die Ruhe weg und scheint mit Blindheit geschlagen. Es ist großartig zu beobachten, mit welcher Inbrunst sich manche „Kasper-Retter“ ins Zeug legen, um ihren Helden zu retten. Ich habe erlebt, dass ein Knirps nach vorne gestürmt ist, um das Krokodil persönlich zu verhauen. 😉

Natürlich ist dieser Effekt gewollt. Puppentheater nutzt das natürliche Gerechtigkeitsgefühl der Kinder. Kasper ist gut – Krokodil und der Räuber sind schlecht. So einfach kann das Leben sein.

Wenn Ihr also auch so ein Plakat irgendwo hängen seht – nichts wie hin. Es lohnt sich!

GASTBEITRAG USCHI

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