Kinder und das leidige Thema Hausaufgaben

By | 24. 04. 2013

Ab dem Moment, wo ein Kind in die Schule kommt, werden die Hausaufgaben zum großen Thema. Ich persönlich finde sie enorm wichtig, denn sie halten auch die Eltern auf einem aktuellen Informationsstand über die Kenntnisse der eigenen Kinder. Für mich ist es sehr wichtig zu wissen, was mein Sohn in der Schule gerade so lernt.

Jeden Nachmittag, mit wenigen Ausnahmen, verbringen wir mit Hausaufgaben. Aus Erfahrung habe ich festgelegt, dass die ersten zwei Stunden nach dem Nachhausekommen von der Schule am besten geeignet sind; danach lässt das Interesse nach und er hat mehr Lust auf Spielen und Toben. Alleine will er die Hausaufgaben jedoch nie machen. Wie ich im Austausch mit anderen Eltern von Erst- und Zweitklässlern erfahren habe, ist dies in diesem Alter nichts Unübliches. Das selbständige Lernen kommt erst in einem höheren Alter, wenn die Kinder etwas reifer sind. Bei uns ist es mittlerweile so, dass die Hausaufgaben manchmal 20 Minuten dauern und manchmal eine Stunde, aber sie sind fester Bestandteil des Tagesablaufs. Es wird selten mal gemotzt, dass man mal keine machen will, und weil dies eher selten vorkommt, lasse ich ihn an solchen Tagen auch in Ruhe, denn ich will ihm stets einen positiven Anreiz zum Lernen geben.

Junge bei den Hausaufgaben

Kinder und Hausaufgaben –
eine unendliche Geschichte.

Bild: S. Hofschlaeger/pixelio.de

Die tägliche Hilfe beim Erledigen der Hausaufgaben ist unter Pädagogen ein umstrittenes Thema. Man muss dabei aus meiner Sicht mehrere Dinge bedenken: man kennt das eigene Kind schon seit vielen Jahren und nicht erst seit Schulanfang und kann deswegen besser als jeder andere einschätzen, inwieweit seine/ihre Selbständigkeit geht. Außerdem darf man nicht vergessen, dass der Wechsel vom Kindergarten in die Schule für viele Kinder ein großer Schritt ist. Alles, was man in puncto Stress etwas abdämpfen kann, sollte man auch abdämpfen. Die Kinder sollten sich nicht auf sich selbst gestellt fühlen, sie müssen meiner Meinung nach langsam in den Lernprozess eingeweiht werden.

Wie viele Eltern ziehen beim Abholen von der Kita ihren Kindern noch bis zum letzten Tag die Jacke und die Schuhe an?? Von denen, die ich kenne, die meisten. Und dann erwartet man auf einmal wenige Wochen nach den Sommerferien die vollständige Selbständigkeit? Nein, das ist nicht möglich und sollte auch nicht erwartet werden. Ich versuche meinem Sohn Schritt für Schritt neue Verantwortungs-bereiche zu übertragen und damit seine Selbständigkeit zu fördern, aber sicherlich nicht so wie eine Klassenlehrerin, die gleich eine ganze Klasse betreuen muss.

Alles in allem denke ich, dass Spaß am Lernen und Erfolgserlebnisse enorm wichtig sind, um Kinder zu fördern und ihnen eine positive Schulerfahrung zu ermöglichen. Vergessen sie nie, desto ernster sie als Eltern die Schule und den Schulalltag ihrer Kinder wahrnehmen, desto ernster und zielstrebiger wird es ihr Kind auch angehen, denn ein Kind ist ein Produkt seiner Eltern. Und selbständig werden sie alle. Irgendwann. 😉

One thought on “Kinder und das leidige Thema Hausaufgaben

  1. Tammy E. Gilmore

    Wenn in der Grundschule die ersten Aufätze geschrieben werden, tun sich viele Kinder schwer. Kein Wunder, müssen sie doch eine Idee entwickeln, sie dann in passende Worte fassen und in ganzen Sätzen zusammenhängend aufschreiben. Das klappt nur selten auf Anhieb. Der erste eigene Aufsatz wird deshalb oft kein Meisterstück.

    Reply

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Ich akzeptiere

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.