St. Martin – Ich geh mit meiner Laterne

By | 04. 11. 2012

Wer kennt es nicht, das Lied von St. Martin? …

„Ich geh mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir.
Da oben leuchten die Sterne und unten da leuchten wir.
Laternenlicht, verlösch mir nicht!
rabimmel, rabammel, rabum.“

Jedes Jahr machen sich rund um den 11. November in vielen Orten Martinszüge auf den Weg. Kinder mit glänzenden Augen tragen stolz ihre selbstgebastelten Laternen vor sich her. Je nach Einstellung der Eltern, erfolgt die Beleuchtung klassisch mit Kerze oder funktionell mit Batterie. Beides will gut vorbereitet sein. Ich habe etliche weinende Kinder erlebt, deren Laterne auf halber Strecke den Geist aufgegeben hat, weil die Eltern nicht an Ersatzbatterien gedacht hatten. Ebenso häufig kommt es vor, dass sich manche Laterne in einem wahren Flammeninferno in Wohlgefallen auflöst. Der Abend ist dann natürlich gelaufen – da hilft auch das beste Zureden nichts.

St. Martin - Ich geh mit meiner Laterne

Ob selbst gebastelt oder gekauft –
Hauptsache die Laterne leuchtet hell und lange.

Bild: sigrid rossmann/pixelio.de

Bei großen Umzügen an St. Martin sperrt die Polizei die Straßen. Die Polizei ist es in den meisten Fällen auch, die die Pferde zur Verfügung stellt. Der Überlieferung nach ritt der heilige St. Martin ja auf einem Pferd, genauer gesagt auf einem Schimmel, als er seinen Mantel mit einem Bettler teilte. Wenn dann noch eine Musikkapelle Martinslieder spielt, ist alles perfekt. Zu meiner Zeit hat man noch Gänse verlost. In einem provisorischen Gatter schnatterten sie am Martinsabend quasi um ihr Leben. Es wurden Lose verkauft und die Hauptpreise waren dann die Gänse. Zum Glück haben wir nie gewonnen. Ein Kinderzimmer mit einer Gans zu teilen, stelle ich mir schwierig vor. 😉 Schlachten und essen kam natürlich überhaupt nicht in Frage.

St. Martin - Ich geh mit meiner Laterne

Manche Gans sieht St. Martin mit gemischten Gefühlen entgegen.

Bild: Netti69/pixelio.de

Die Legende vom Teilen, die durch den heiligen St. Martin und die Martinszüge weiterverbreitet wird, ist aktueller denn je. Gerade deshalb kann sich niemand der Geschichte entziehen. Seinen „Mantel zu teilen“ bedeutet, das was man hat zu teilen, auch wenn es noch so wenig ist. Und das fernab jeder Religion und Weltanschauung.

In diesem Sinne wünsche ich allen einen schönen Martinstag.

GASTBEITRAG USCHI

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Ich akzeptiere

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.