Und schon bist du groß …

By | 14. 08. 2012

Ich glaube, alle Eltern reagieren etwas emotional, wenn es dazu kommt, dass ihre Babys und Kleinkinder plötzlich Schulkinder geworden sind. Keiner glaubt wirklich, dass sie die nötige Reife haben und alles meistern werden, jedoch bin ich auch der Meinung, dass wir Eltern (besonders die, die zu sehr beschützen) die Fähigkeiten und die Reife unserer Kinder deutlich unterschätzen.

Bild: S. Hofschlaeger/pixelio.de

Mein Sohn, der gerade eingeschult worden ist, fragte mich wochenlang täglich, wann es denn endlich losgeht, er war so aufgeregt und froh zugleich, dass er bald zu der Kategorie „Schulkind“ gehört. Die Kita-Kinder wurden gleich von ihm sehr abwertend „Babys“ genannt. Trotz allem merkte ich schon, wie es ihm zwei Tage zuvor etwas flau im Magen wurde und der Mut ihn allmählich etwas verlassen hatte. Am ersten Schultag fragte er mich lauter Sachen und ich antwortete ihm wahrheitsgemäß; nach langem Sprechen kam der Mut zurück und er betrat mit Freude sein Klassenzimmer. Am Ende des ersten Schultages war er sehr stolz, bemängelte aber lautstark, dass er zu lange sitzen musste. Das hat mich sehr amüsiert!

Ich habe das Gefühl, dass die Einschulung ein wichtiger Schritt für sein Selbstbewusstsein war, denn jetzt fühlt er sich erwachsener und somit unserer Welt irgendwie näher. Er fühlt sich auch ernster genommen.

Wir Eltern spielen bei der Integration der Kinder in die Schule eine enorm wichtige Rolle. Man kann nicht verlangen, dass die Lehrer alles alleine machen. Denn so wie wir die Ernsthaftigkeit und die Wertstellung der Schule sehen, so werden auch unsere Kinder sie sehen. Und eine einmal fixierte Einstellung umzuändern, ist nahezu unmöglich. Deswegen sollten alle Eltern Anteil an den schulischen Aktivitäten nehmen, die Aufgaben des Tages nochmal durchgehen und sich durch das Kind über dessen soziale Kontakte bei Kindern und Lehrern informieren. Das Kind soll das Gefühl vermittelt bekommen, dass es nicht alleine der Schule ausgesetzt wird, sondern dass man sich als Mutter oder Vater interessiert für das, was geschieht.

Was ich als Tipp weitergeben kann:

Als mein Sohn die letzten paar Monate der Vorschule vor sich hatte, habe ich die Erzieherin darauf angesprochen, was ich denn Zuhause machen könnte, um mein Kind besser auf die bevorstehende Einschulung vorzubereiten. Da meinte sie zu mir, sie hätte etwas für mich und überreichte mir am nächsten Tag 3 oder 4 kopierte Blätter mit all den Dingen, die ein Kind vor der Einschulung wissen und können sollte.

Es ging um motorische Dinge wie Schnürsenkel selber zubinden bis hin zum Zahlenlernen bis 20 und so weiter. Ich bin über mehrere Tage mehrmals mit ihm alles durchgegangen und nicht nur er fand es toll. Das meiste konnte er ja schon und es war für ihn die Gelegenheit, mir zu zeigen, wie toll er ist.  Aber auch mich hat es ein Stück weit besser verstehen lassen – ja, mein Kind ist groß!

An alle Kinder, die 2012 eingeschult worden sind: Ich wünsche euch alles, alles Gute und viel Erfolg. Ihr seid die Zukunft – macht das Beste daraus!!!

Bild: sunny33/pixelio.de

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