Wie kann man Kinder zum Lesen animieren?

By | 31. 05. 2013

Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt (Arabisches Sprichwort). Lesen beflügelt die Phantasie, unterstützt die Sprachbildung, schafft Wissen und hilft bei der sozialen Interaktion. Wer nicht oder nur mangelhaft lesen kann, hat sein Leben lang Probleme, am gesellschaftlichen Alltag Anteil zu nehmen. Umso wichtiger ist es also, Kinder frühzeitig zum Lesen zu animieren und ihnen die große weite Welt der Bücher schmackhaft zu machen.

Immer wieder höre ich von Müttern oder Vätern „Mein Sohn hat keine Lust auf Bücher!“ oder „Meine Tochter nimmt freiwillig kein Buch in die Hand!“ Meist sind diese Kinder schon älter und wenn man etwas in der Vergangenheit forscht, wird schnell klar, wo „der Hase im Pfeffer liegt„: Die Eltern haben viel zu spät begonnen, Lesen in den Alltag zu integrieren. Lesen wird als notwendiges Übel betrachtet, die elektronischen Medien tragen ihren Teil zur Leseunlust bei und so wächst eine Generation heran, die Lesen total „uncool“ findet.

Schild mit der Aufschrift Kinder- und Jugendliteratur

Hier geht’s zum Buch!
Kinder zum Lesen animieren,
ist einfacher als man denkt.

Bild: Gerd Altmann/pixelio.de

Beim Lesen geht es nicht nur um das Lesen an sich, sondern auch um das Verstehen. Dabei spielt es keine Rolle, ob ich das Buch auf meinem E-Book-Reader lese oder es gedruckt und gebunden in meinen Händen halte. Nur was ich verstehe, kann ich auch kommentieren, bewerten, kritisch reflektieren und, und, und …

Man kann also nicht früh genug mit dem Lesen beginnen. Eltern haben es in der Hand, bei ihren Kindern die Lust am Lesen zu wecken. Sich da auf die Schule zu verlassen, ist fahrlässig und in meinen Augen viel zu spät. Gerade Kinder im Vorschulalter sind offen für Phantasie und Kreativität.

Nachfolgend einige Tipps, um Kinder zum Lesen zu animieren:

1. Mit Vorlesen beginnen. Zum abendlichen Einschlafritual gehört von Anfang an ein Buch. Es gibt nichts Schöneres, als gemeinsam mit Mama oder Papa die Abenteuer von mutigen Drachen, lustigen Trollen oder pfiffigen Kindern zu erleben. Manche Kinder bevorzugen dabei die Wiederholung und können manche (Bilder)bücher im Laufe der Zeit schon mitsprechen. Andere lieben die Abwechslung und fiebern neuen Geschichten aufgeregt entgegen. Eingekuschelt im warmen Bett, wird das Buch verbunden mit Liebe und Geborgenheit und erfährt dadurch eine positive Konditionierung, die man nicht unterschätzen sollte. Liebe geht hier nicht durch den Magen, sondern durch das Buch.

2. In der Pädagogik gibt es die gute alte Lerntheorie „Lernen am Modell„. Eltern, die selbst keine Bücher lesen, sind schlechte Vorbilder; dies kann man sehr gut in sogenannten bildungsfernen Haushalten beobachten. Wenn Mama und Papa hier „versagen“, müssen andere Personen aus dem Umfeld einspringen: Oma, Opa, Patentante, Patenonkel, Freunde etc. pp.

3. Büchereien sind ein wunderbarer Ort für Kinder. In vielen Städten gibt es große Stadtbibliotheken mit einer eigenen Kinderbuchabteilung. Dort kann man (vor allem bei schlechtem Wetter) viele kurzweilige Stunden verbringen. Oftmals gibt es besondere Veranstaltungen für Kinder (gerade in den Ferien). Bastelaktionen, Lesungen oder Bücher-Rallyes sind nur einige davon.

4. Bücher begleiten Lebensabschnitte. Die berühmten Conni-Bücher sind ein gutes Beispiel dafür. Ob der erste Kindergarten- oder Schultag, ein Krankenhausaufenthalt oder die Scheidung von Mama und Papa – Kinder können sich in Geschichten wiederfinden und sich damit indentifizieren.

5. Bücher sind eine Brücke zum Alltag. Tiere, die man zuvor in Büchern kennengelernt hat, kann man im Zoo hautnah beobachten. Die Technik eines Feuerwehrautos, die im Buch so spannend dargestellt wurde, wird beim Tag der Offenen Tür bei der Feuerwehr vor Ort direkt erlebbar. Diese Beispiele könnte man unendlich fortsetzen.

6. Bücher sind ein wunderbares Geschenk. Dabei müssen sie nicht immer neu sein. Auf Flohmärkten (und hier besonders auf Kinderflohmärkten), kann man preiswert Lesestoff erwerben. Auch eBay oder eBay Kleinanzeigen ist eine wahre Fundgrube. Lesen muss also nicht teuer sein.

„Von seinen Eltern lernt man lieben, lachen, und laufen. Doch erst wenn man mit Büchern in Berührung kommt, entdeckt man, dass man Flügel hat.“
Helen Hayes

Geschrieben von Uschi

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