Mein Fehmarn – Teil 1: Über die Fehmarnsundbrücke

By | 16. 05. 2013

Dies ist der erste Teil einer ab sofort in unregelmäßigen Abständen erscheinenden Artikelreihe über Fehmarn. Sie soll Euch die wunderschöne Insel in der Ostsee näherbringen und hoffentlich Lust darauf machen, sie einmal kennenzulernen.

Fehmarn ist 185 km² groß und verfügt über ca. 78 km Küstenlinie. Die Insel liegt direkt zwischen der Kieler und der Mecklenburger Bucht in der Ostsee. Auf Fehmarn befinden sich in Staberhuk der östlichste und in Marienleuchte der nordöstlichste Punkt Schleswig-Holsteins.

Bis zur Wiedervereinigung im Jahr 1990 war Fehmarn die flächenmäßig größte Insel der Bundesrepublik Deutschland. Seit dem 3. Oktober 1990 ist sie „nur noch“ die drittgrößte Insel, denn Rügen und Usedom sind noch größer.

Seit 2003 ist Fehmarn eine Verwaltungseinheit – damals fusionierten die Stadt Burg auf Fehmarn und die drei Landgemeinden Bannesdorf auf Fehmarn, Landkirchen auf Fehmarn und Westfehmarn. Die drei Landgemeinden waren bis dahin als „Amt Fehmarn“ miteinander verbunden. Seither bildet die gesamte Insel die „Stadt Fehmarn“.

Wenn man noch ca. 20 bis 25 km von Fehmarn entfernt auf der Autobahn A1 durch Ostholstein fährt, sieht man ihn zum ersten Mal aus der Landschaft ragen: den „Kleiderbügel“, wie die Fehmarnsundbrücke aufgrund ihres Erscheinungsbildes gern genannt wird.

Blick auf die Fehmarnsundbrücke

Der Fehmarnsund trennt Fehmarn vom Festland und verbindet als Meeresarm gleichzeitig die Kieler und die Mecklenburger Bucht. Bis vor 50 Jahren war die Insel nur per Schiff zu erreichen. Hier fuhr eine Auto- und Eisenbahnfähre zwischen den Orten „Großenbroderfähre“ (auf dem Festland) und „Fehmarnsund“ (auf Fehmarn) hin und her.

Als Teil der so genannten „Vogelfluglinie“ zwischen Hamburg und Kopenhagen wurde am 30. April 1963 die Fehmarnsundbrücke offiziell eingeweiht. Genutzt wurde die Brücke jedoch bereits (mit Sondergenehmigung und auf eigene Gefahr) ab dem 16. Januar 1963, weil durch den strengen Winter der Fährbetrieb zwischen Großenbroderfähre und Fehmarnsund eingestellt werden musste. So konnte die Versorgung der Insel und der Baustelle Vogelfluglinie sichergestellt werden. Durch diese Brücke sowie durch den gleichzeitig fertiggestellten Fährhafen in Puttgarden (Fährverbindung über den Fehmarnbelt nach Rødbyhavn/Dänemark) wurde die Reisezeit zwischen Hamburg und Kopenhagen deutlich verkürzt. Heutzutage braucht man für diese Strecke knapp 4,5 Stunden, wenn es keine größeren Staus gibt.

Das heißt die Fehmarnsundbrücke sowie die Vogelfluglinie feierten in diesem Jahr ihren 50. Geburtstag, was auf Fehmarn mit allerlei Festivitäten begangen wird – nicht nur um den 30. April herum, sondern über das ganze Jahr verteilt. Dieses Jubiläum war auch der Anlass für eine Sonderbriefmarke im Wert von 75 Cent, die man bei der Deutschen Post käuflich erwerben kann.

Der Name „Vogelfluglinie“ kommt übrigens daher, weil die Routenführung den jahrhundertealten Zugstrecken der Zugvögel von Mitteleuropa in die skandinavischen Brutgebiete und zurück folgt.

Die Fehmarnsundbrücke ist 900 Meter lang und an beiden Seiten über Rampen mit den Landmassen verbunden, denn der Fehmarnsund ist an dieser Stelle 1,3 km breit. Für den Schiffsverkehr weist sie eine Durchfahrtshöhe von 23 Metern und eine Durchfahrtsbreite von 240 Metern auf – wobei hier eigentlich nur Sportboote fahren. Die „großen Pötte“, die von der Ostsee in Richtung Nord-Ostsee-Kanal oder umgekehrt in Richtung Russland bzw. Skandinavien fahren, nehmen die Route durch den 19 km breiten Fehmarnbelt. Von den 21 Metern Breite werden 6 Meter von der Deutschen Bahn genutzt (für eine eingleisige Strecke), der Rest ist Straße bzw. „sonstiges“ (die Straße reicht bei einer Brücke ja nie bis zum äußersten Rand).

Die Fehmarnsundbrücke ist eine so genannte „Netzwerkbogenbrücke“, das heißt sie ist statisch so aufgebaut, dass ein Bogen (eben der oben erwähnte „Kleiderbügel“) die Hauptlast trägt. Innerhalb des Bogens sind sich mehrfach überkreuzende „Hänger“ angebracht, welche immer einen Teil der Last tragen und diese damit gut verteilen.

Blick auf die Fehmarnsundbrücke

Wer nach Fehmarn fährt – egal ob mit dem Auto oder mit der Eisenbahn –, der wird zwangsläufig die Fehmarnsundbrücke benutzen, denn außer Schwimmen (oder mit einem Boot) ist das die einzige Möglichkeit, die Insel zu erreichen.

Fakten und Wissenswertes in Kürze: Für den Bau der Fehmarnsundbrücke wurden 1,5 Millionen Kubikmeter Sand, 23.000 Tonnen Beton, 9.200 Tonnen Stahl und 1.700 Tonnen Gussasphalt benötigt. Für den Anstrich wurden 130 Tonnen Farbe verbraucht. Seit 1999 steht die Fehmarnsundbrücke unter Denkmalschutz und ist mittlerweile zum Wahrzeichen nicht nur von Fehmarn, sondern auch von Schleswig-Holstein geworden.

Für mich persönlich fängt der Fehmarn-Urlaub immer spätestens dann an, wenn ich den „Kleiderbügel“ zum ersten Mal sehe. Dann weiß ich, dass „mein“ Fehmarn nicht mehr weit ist.

Bleibt am Ball, demnächst gibt es noch mehr Infos über Fehmarn.

GASTBEITRAG OTTO

Teil 2: http://blog.hiogi.de/reise/mein-fehmarn-teil-2-leuchttuerme-auf-fehmarn/
Teil 3: http://blog.hiogi.de/reise/mein-fehmarn-teil-3-der-faehrhafen-von-puttgarden/
Teil 4: http://blog.hiogi.de/reise/mein-fehmarn-teil-4-freizeitgestaltung-1/
Teil 5: http://blog.hiogi.de/reise/mein-fehmarn-teil-5-freizeitgestaltung-2/

3 thoughts on “Mein Fehmarn – Teil 1: Über die Fehmarnsundbrücke

  1. Martin Vogel

    Hallo,

    es gibt auch einen Flugplatz auf Fehmarn…

    ergo, fliegen kann man auch auf die Insel 😉

    Grüße aus dem wilden Süden!

    Martin

    Reply
  2. Veronika

    Moin,
    auch für uns fängt der Urlaub mit der Brücke an – der ganze Alltagsballast bleibt symbolisch in einem Sack vor der Insel liegen. Sehnsucht nach „unserer“ Insel.
    Viele Grüße

    Reply
  3. Gaby

    Auch bei uns bleibt der Ballast vor der Insel liegen. Deshalb seit 20 Jahren mind. 1x im Jahr Fehmarn muss sein.

    Reply

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