Mein Fehmarn – Teil 2: Leuchttürme auf Fehmarn

By | 18. 05. 2013

Leuchttürme gibt es natürlich nicht nur auf Fehmarn. Vielmehr üben Leuchttürme an allen Küsten der Welt ihre Funktion aus, nämlich entweder als Navigationshilfe oder Warnung vor Gefahren.

Auf Fehmarn gibt es fünf Leuchttürme. Nein, halt … eigentlich gibt es sechs – aber dazu gleich noch mehr. Diese Leuchttürme haben unterschiedliche Funktionen: teilweise dienen sie als so genannte „Richtfeuer“ (das heißt sie weisen den Weg durch das sichere Fahrwasser), teilweise dienen sie aber auch als Orientierungs- und Warnfeuer (also als Signal für gefährliche Stellen).

Der älteste Leuchtturm Fehmarns ist Marienleuchte. Und hier kommen wir auch gleich zu den oben erwähnten fünf bzw. sechs Leuchttürmen, denn in Marienleuchte gibt es zwei Leuchttürme, einen „alten“, der nun nicht mehr in Betrieb ist und einen „neuen“, der seit den 1960er Jahren seinen Dienst verrichtet.

Der ursprüngliche Leuchtturm im Nordosten Fehmarns wurde im Jahr 1832 in Dienst gestellt. Damals gehörte Fehmarn noch zu Dänemark, und die dänische Königin Marie Sophie Friederike von Hessen-Kassel (nach ihr wurde das Leuchtfeuer benannt) war persönlich anwesend.

Durch den zunehmenden Schiffsverkehr im Fehmarnbelt reichte das Leuchtfeuer, das als Orientierungsfeuer dient, nicht mehr aus, die Reichweite musste durch eine höhere Positionierung des Leuchtfeuers erweitert werden. Aus statischen Gründen war dies bei dem alten Turm nicht möglich, sodass im Jahr 1967 ein neuer Leuchtturm aus Stahlbeton 160 Meter nördlich in Betrieb genommen wurde. Der alte Turm steht unter Denkmalschutz.

Ebenfalls am Fehmarnbelt – jedoch an der nordwestlichen Ecke der Insel – steht der Leuchtturm Westermarkelsdorf. Dieser Leuchtturm dient ebenfalls als Orientierungs- und Warnfeuer für den Fehmarnbelt. Er wurde 1881/82 erbaut und hatte ursprüngliche eine Höhe von 10 Metern. Im Jahr 1902 wurde er auf 17,7 Meter aufgestockt. In unmittelbarer Umgebung befindet sich eine Messstation des Deutschen Wetterdienstes.

Leuchtturm Westermarkelsdorf

Leuchtturm Westermarkelsdorf

Im Südwesten der Insel, am Fehmarnsund, befindet sich der Leuchtturm Flügge. Wenn man die Fehmarnsundbrücke in Richtung Insel überquert, kann man ihn linker Hand deutlich erkennen. Der Flügger Leuchtturm ist der einzige Leuchtturm Fehmarns, der zur Besichtigung freigegeben ist. In ca. 35 Metern Höhe hat man einen herrlichen Ausblick über die komplette Insel, die Fehmarnsundbrücke und die Halbinsel Wagrien (Festland).

Leuchtturm Flügge

Leuchtturm Flügge – Blick ins Treppenhaus

Der Flügger Leuchtturm wurde in den Jahren 1914/15 erbaut und ist seit 1916 in Betrieb. Er dient sowohl als Orientierungsfeuer als auch als so genanntes Richtfeuer – zusammen mit dem Leuchtturm Strukkamphuk. Der Flügger Leuchtturm bildet hier das Oberfeuer, Strukkamphuk das Unterfeuer. Richtfeuer bedeutet: solange beide Feuer in senkrechter Linie übereinander stehen, befindet sich das Schiff des Beobachters in sicherem Fahrwasser im Fehmarnsund. Ein Richtfeuer leuchtet übrigens permanent, während ein Orientierungs- oder Warnfeuer eine ganz charakteristische Blinkfrequenz hat, die in Seekarten verzeichnet ist und anhand derer ein Leuchtturm auch zweifelsfrei identifiziert werden kann.

Das bedeutet, dass der Flügger Leuchtturm zwei unterschiedliche Aufgaben hat.

  Leuchtturm Flügge Leuchtturm Flügge

Leuchtturm Flügge

Ein paar Kilometer östlich des Flügger Leuchtturms und in unmittelbarer Nachbarschaft zur Fehmarnsundbrücke steht der kleinste Leuchtturm der Insel: Strukkamphuk. Dieser bildet – wie oben schon erwähnt – das Unterfeuer des Richtfeuers für den Fehmarnsund. Die Gesamthöhe des Bauwerks beträgt lediglich 9 Meter, das Feuer ist in 7 Metern Höhe angebracht.

Der heutige Turm aus Beton wurde 1935 fertiggestellt, aber bereits seit 1872 existierte hier bereits ein Leuchtfeuer auf einem Holzgerüst bzw. seit 1896 ein eisernes Laternenhaus.

Leuchtturm Strukkamphuk von oben

Leuchtturm Strukkamphuk von oben

An der südöstlichsten Ecke Fehmarns findet man last but not least den Leuchtturm Staberhuk. Dieser dient zusammen mit dem Leuchtturm Flügge als Orientierungsfeuer für den Fehmarnsund. Er ist besonders massiv gebaut, denn er trägt das gusseiserne Leuchtfeuer des alten Leuchtturms von Helgoland. Der Leuchtturm Staberhuk ist seit 1903 im Betrieb. Weltweit einzigartig: Der Turm besteht zur Hälfte aus gelben Backsteinen und zur anderen Hälfte aus roten Ziegeln. Das liegt daran, dass die ursprünglichen gelben Backsteine auf der Westseite des Turms besonders stark der Witterung ausgesetzt waren und daher auf dieser Seite gegen rote Ziegel ausgetauscht wurden.

Leuchtturm Staberhuk

Leuchtturm Staberhuk

Soviel zu den Leuchttürmen auf Fehmarn. Bleibt am Ball – bald gibt es weitere Informationen über die schöne Insel in der Ostsee.

Geschrieben von Otto

Teil 1: http://blog.hiogi.de/reise/mein-fehmarn-teil-1-ueber-die-fehmarnsundbruecke/
Teil 3: http://blog.hiogi.de/reise/mein-fehmarn-teil-3-der-faehrhafen-von-puttgarden/
Teil 4: http://blog.hiogi.de/reise/mein-fehmarn-teil-4-freizeitgestaltung-1/
Teil 5: http://blog.hiogi.de/reise/mein-fehmarn-teil-5-freizeitgestaltung-2/

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