Mein Fehmarn Teil 7 – Freizeitgestaltung 3

By | 01. 09. 2013

Nach einer kleinen Pause geht es nun weiter mit den Freizeitaktivitäten auf Fehmarn – diesmal mit Tipps in Bezug auf Freizeitgestaltung für schönes Wetter.

Wer schon immer mal abheben wollte, kann dies mit Fehmarn-Air auf dem kleinsten Flugplatz Deutschlands in Neujellingsdorf. Dieser besteht aus einer Wiese, einem Wohnwagen und einem Windsack. Der Wohnwagen dient als „Tower“. Nein, das ist kein Witz – der Flugplatz ist in den offiziellen Flug-Navigationskarten verzeichnet.

Fehmarn-Air besteht aus einer Cessna F172M – der Inhaber von Fehmarn-Air, Klaus Skerra, bietet gemeinsam mit seiner Tochter und seinem Sohn Rundflüge über die Insel an. Hierbei wird lediglich nach der Flugdauer abgerechnet – es ist egal, wie viele Personen am Ende mitfliegen. Bis zu drei Passagiere können neben dem Piloten noch an Bord gehen.

Blick aus der Luft auf den Fährhafen in Puttgarden auf Fehmarn

Blick aus der Luft:
Fährhafen Puttgarden
auf der Insel Fehmarn

Die Route bestimmt der Fluggast – der Pilot schlägt ein paar „Sehenswürdigkeiten“ vor, aber wer beispielsweise das gemietete Ferienhäuschen aus der Vogelperspektive betrachten will, dem wird dieser Wunsch gerne erfüllt.

Wesentlich ruhiger geht es im Wasservogelreservat Wallnau zu. Hierbei handelt es sich um ein an der Westküste Fehmarns gelegenes, 297 Hektar großes Naturschutzgebiet für Wasservögel aller Art. Der Naturschutzbund Deutschland e. V. (NABU) hat zusammen mit dem Kreis Ostholstein und dem Land Schleswig-Holstein das Ziel, (Zitat) „diese von Teichen, Schilfflächen, Wiesen und kleinen Gehölzen geprägte Kulturlandschaft zu schützen, zu erhalten und durch gezielte Maßnahmen für Tiere und Pflanzen noch attraktiver zu machen.“ (Zitat Ende)

Bei dem Wasservogelreservat handelt es sich um ein ehemaliges Teichgut zur Fischzucht, welches bis 1963 betrieben wurde. Als es 1975 zum Verkauf stand, konnte der NABU einen Teil davon mit der Unterstützung der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt von 1858 e. V. und zusammen mit dem Kreis Ostholstein käuflich erwerben. Seither wird dieses Areal als Vogelschutzgebiet betreut und Besuchern zugänglich gemacht.

Der Besucher erfährt hier alles Wissenswerte zum Thema Vogelzug. Die Insel Fehmarn liegt direkt auf der so genannten Vogelfluglinie – einer der Hauptrouten des Vogelzugs aus Skandinavien in wärmere Gefilde und zurück. Nur ein ganz kleiner Teil des Areals ist für Besucher überhaupt freigegeben, aber aus getarnten Unterständen kann man nahezu das gesamte Gebiet überblicken und die Vögel so in ihrer natürlichen Umgebung und vollkommen ungestört beobachten. Ferngläser können am Eingang ausgeliehen werden – etwas, was auf jeden Fall sehr empfehlenswert ist.

Es war der 4. September 1970. Am Strand in der Nähe des Leuchtturms Flügge – südlich des heutigen Wallnauer Wasservogelreservats (welches damals noch nicht existierte) – begann das „Love and Peace Festival“. Es sollte bis zum 6. September 1970 dauern und eine Art Kopie des Festivals von Woodstock sein, welches ein Jahr zuvor, im August 1969, stattfand.

30 bis 40 Bands sollten damals dort auftreten, bis zu 60.000 Besucher wurden erwartet. 25.000 waren es am Ende. Große Namen wie Ginger Baker, Canned Heat, Sly & the Family Stone, Ten Years After, Procol Harum, Keef Hartley, Rod Stewart und Jimi Hendrix sollten auftreten. Andere, wie Joan Baez oder John Mayall sagten ab. Die Hoffnungen der Veranstalter ruhten vor allem auf Jimi Hendrix, der auf dem Höhepunkt seiner Popularität war.

Und am 6. September um 12:56 Uhr betrat Jimi Hendrix die Bühne und begeisterte die Massen. Es sollte sein letzter großer Auftritt sein (es folgten noch ein paar kleinere Club-Auftritte), denn nicht ganz zwei Wochen später – am 18. September 1970 – verstarb er mit nur 27 Jahren in London.

Ein Gedenkstein erinnert heute an der Stelle, wo das Festival stattfand, an den Auftritt von Jimi Hendrix.

Gedenkstein Jimi Hendrix Fehmarn

Gedenkstein für Jimi Hendrix auf der Insel Fehmarn

Ein paar Jahrzehnte zuvor: Im Fehmarnbelt, im Norden der Insel, kentert am 26. Juli 1932 das Segelschulschiff der Reichsmarine „Niobe“. Als Ursache steht eine nicht vorhersehbare Gewitterbö, eine so genannte „weiße Bö“, fest. Hierbei handelt es sich um eine extrem starke, ohne Vorwarnung aufkommende Fallbö, die teilweise von Nebel, Sturzregen oder sogar Schnee begleitet wird.

Binnen weniger Minuten sank das Schiff. 69 Menschen verloren bei diesem Unglück ihr Leben, nur 40 konnten gerettet werden, darunter auch der Kommandant Kapitänleutnant Heinrich Ruhfus. Dieser wurde später vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung freigesprochen.

An der Nordküste Fehmarns, am Gammendorfer Strand, erinnert in Sichtweite der Unglücksstelle das Niobe-Denkmal an dieses Unglück.

 Gedenkstein für die Besatzungsmitglieder der Niobe

Gedenkstein für die Besatzungsmitglieder der „Niobe“

Okay, genug der Toten – diese Plätze sind einen Besuch wert; aber es gibt auch andere Orte, die einen solchen verdienen. Einer davon ist das Freilichtmuseum Katharinenhof im äußersten Südosten von Fehmarn. Auf einer Fläche von 2.000 qm kann der Besucher eine Vielzahl von Ausstellungsstücken besichtigen, darunter zum Beispiel eine historische Buchdruckerei, eine Schmiede, eine über 100 Jahre alte Schreinerei, eine Töpferei, eine Weberei mit einem Flachwebstuhl von 1648, ein Backhaus mit Steinofen und eine Rauchkate aus dem Jahr 1520.

In diesen Werkstätten kann der Besucher den Handwerkern über die Schulter sehen, denn diese werden während der Saison abwechselnd auf althergebrachte Weise betrieben. Das Brot, welches im Backhaus gebacken wird, kann der Besucher beispielsweise auch käuflich erwerben.

Darüber hinaus stehen viele Kutschen, Schlitten, historische landwirtschaftliche Geräte usw. zur Besichtigung zur Verfügung.

Wer es lieber sportlich mag, dem könnte das Klettern an ca. 40 Meter hohen Getreidesilos gefallen. „Silo-Climbing“ nennt sich das Angebot im Hafen von Burgstaaken. Diese Getreidesilos sehen aus wie riesige senkrechte Betonröhren und wurden an den Außeseiten mit Kletterhilfen ausgestattet. Insgesamt gibt es 14 unterschiedliche Kletterrouten zwischen 10 und 40 Metern Länge und in allen Schwierigkeitsstufen – vom Anfänger bis zum Profi.

Geöffnet ist zwischen April und Oktober von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr, aber nur, wenn die Temperaturen über +10°C liegen. In den Sommermonaten ist durchgehend „open end“ geöffnet. Sprich: Wenn der Inhaber müde wird, ist zu, ansonsten offen.

Eine Stunde Klettern kostet 6,00 €, den Sicherheitspartner (der mindestens 2/3 des eigenen Körpergewichts haben muss), muss man selbst mitbringen. Das Ausleihen einer Kletterausrüstung (Schuhe, Klettergurt) schlägt mit weiteren 6,00 € zu Buche, das Ausleihen einer Sicherheitsausrüstung (Seil) mit 3,00 € (Stand 08/2013).

Last but not least sei dem Fehmarn-Besucher noch ein Abstecher zum Adventure-Golf in Meeschendorf ans Herz gelegt. „Minigolf war gestern – heute ist Adventure-Golf“ – so könnte man das Ganze umschreiben. Im Prinzip handelt es sich in der Tat um einen Minigolfplatz, der aber so völlig anders aussieht als die Minigolfplätze, die man so „normalerweise“ kennt. Die Hindernisse sind vielfältig. So muss man beispielsweise auf einem schwimmenden Schiff (welches natürlich entsprechend schaukelt) einlochen. Oder man muss einen zwei Meter hohen Deich (mit einer Steigung von gefühlt 150%) überwinden. Oder gekonnt ein paar Wasserfontänen umspielen. Oder den Ball von Puttgarden nach Dänemark befördern (zwei Hindernisse sind der Halbinsel Wagrien, der Insel Fehmarn sowie der dänischen Insel Lolland nachempfunden). Oder auf einem Surfbrett spielen. Und und und …

Im angeschlossenen Café kann man vor oder nach dem Spiel (oder auch zwischendurch) pausieren und lecker Kaffee und Kuchen genießen, der übrigens aus dem Hofcafé Albertsdorf stammt. Über die Hofcafés der Insel wird es übrigens noch einen separaten Artikel geben.

So, das waren die Tipps für „draußen“. Das Wetter spielt ja noch ein bisschen mit – also ab nach Fehmarn. Oder zumindest im nächsten Sommer.

Tschüss, bis zum nächsten Mal.

Euer Otto

Teil 1: http://blog.hiogi.de/reise/mein-fehmarn-teil-1-ueber-die-fehmarnsundbruecke/
Teil 2: http://blog.hiogi.de/reise/mein-fehmarn-teil-2-leuchttuerme-auf-fehmarn/
Teil 3: http://blog.hiogi.de/reise/mein-fehmarn-teil-3-der-faehrhafen-von-puttgarden/
Teil 4: http://blog.hiogi.de/reise/mein-fehmarn-teil-4-freizeitgestaltung-1/
Teil 5: http://blog.hiogi.de/reise/mein-fehmarn-teil-5-freizeitgestaltung-2/
Teil 6: http://blog.hiogi.de/reise/mein-fehmarn-teil-6-der-fehmarn-marathon/

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