Urlaub in der Türkei Teil 5: Einkaufen auf der Straße

By | 21. 07. 2013

Nachfolgend einige Infos zu einem Thema, das Jahr für Jahr für Diskussionen sorgt: Das Einkaufen in der Türkei.

In der Nähe der Hotels, und natürlich an jedem Ort, wo Sehenswürdigkeiten oder sonstige Ausflugsziele sind, finden sich die berühmten türkischen Straßenhändler. Textilien jeglicher Art, Schmuck und Elektrogeräte werden feilgeboten, zum Teil spottbillig.

Die klassische Art des Einkaufens ist:
– angesprochen werden,
– in den Laden gehen,
– etwas aussuchen,
– um den Preis feilschen,
– bezahlen und gehen.

Lassen Sie mich bitte einige Tipps loswerden, damit Sie sich nach der Rückkehr aus der Türkei nicht schwarzärgern:

– Jemand, der kein Geld daran verdient, verkauft Ihnen nichts.
– Die Qualität der Kleidung ist zwar oft gut, allerdings auch sehr oft reinster Schund.
– Markenklamotten (die Tasche von Louis Vitton, das Hemd von Armani und die Hose von adidas) sind sicher keine Originale.
– Elektrogeräte, Uhren und sonstige Dinge mit Batterie, kann man wunderbar mit “Flughafen-Uhr” usw. titulieren. Weil sie maximal bis zum Flughafen funktionieren.
– Auch wenn es ein schönes Gefühl ist: Sie sind nicht der Auserwählte. Nur weil man Ihnen einen Spezialpreis verspricht oder besonders großzügige Rabatte: Ihnen schenkt keiner etwas. Und Sie sind einer von vielen. Nicht der Eine, der viele ist.

Perfide Händler bringen immer wieder das folgende Argument: “In Antalya werden für [jede Marke] Klamotten produziert. Dort wird so viel produziert, dass die Überschüsse dann vor Ort auf dem Markt verkauft werden. Also alles Originale.” Nun ja, das ist natürlich interessant, aber die Klamotten tauchen in dermaßen inflationären Mengen auf, dass man dem nicht unbedingt Glauben schenken sollte.

Die Realität sieht leider so aus, dass einige wenige Geschäftsmänner die ganzen Märkte und Händler beliefern. Der Gewinn fließt also in wenige Taschen, während die Händler vor Ort nur in geringem Maße am Profit beteiligt sind. Solche Szenen konnte ich spätabends bereits beobachten.

Interessant ist es, wenn man mit einem erfahrenen Animateur vor Ort einkaufen geht. Er kennt die “echten” Händler und kann über die Praxis berichten. Ernüchternde Fakten kommen hier ans Tageslicht. Wenden Sie sich also an Urlauber, die schon lange an denselben Ort verreisen und profitieren Sie von ihren Erfahrungen.

Basar in Antalya

Basar in Antalya –
Einkaufen mit allen Sinnen.

Bild: Rainer Sturm/pixelio.de

Apotheken sprießen in der Türkei wie die Pilze aus dem Boden. Auch hier sollten Sie sich an die Erfahrungen anderer halten. Man kann durchaus alle möglichen in Deutschland verschreibungspflichtigen Medikamente (Viagra, die Pille, …) aber auch “freie” Medikamente günstig erhalten. Zwar auf türkisch, aber in derselben Qualität wie in Deutschland.

Viagra Kaktus

Viagra-Kaktus 😉

Bild: Josef Johann Obiltschnig/pixelio.de

Auch Brillen sind günstig zu erwerben. «Holidaycheck» hilft hier zum Beispiel gut weiter. Ein Sehtest darf in der Türkei nur vom Augenarzt, nicht vom Optiker durchgeführt werden. Es gibt zahllose Optiker, aber die am besten bewerteten Optiker sind hier vorzuziehen. Oft wird man gratis zum Augenarzt gefahren und kann Gleitsichtbrillen, Sonnenbrillen in Sehstärke und perfekt angepasste Brillen zu günstigen Preisen erwerben. Halten Sie sich aber an Ihren Brillenpass! Sonst schadet die neue Brille mehr, als dass sie nützt.

Bei Schmuck muss man auch aufpassen. Reines Gold ist oft irgendwas in Goldfarben. Günstig ist nicht immer gut.

Letztendlich kann man zusammenfassen:

– Dinge, die verdammt billig sind, sind immer schlecht.
– Holen Sie sich neutrale Erfahrungen von langjährigen Türkei-Urlaubern ein.
– Zahlen Sie nicht mehr, als Sie eigentlich wollten. Feilschen muss man üben.
– Der Chef des Ladens, der zerknirscht den “Einkaufspreis” als Verkaufspreis genehmigt, ist ein guter Schauspieler.
– Ihnen verkauft niemand etwas, wenn er Verluste einfahren würde.
– Markenprodukte sehen gut aus, aber kleinere Fehler müssen eingerechnet werden.
– Elektrogeräte sollte man in der Türkei nicht kaufen.
– Auch geführte Shoppingtouren schützen nicht vor schlechten Geschäften. Im Gegenteil, der Reiseführer oder Reiseunternehmer bekommt hier Provisionen. Immer.
– Wenn Sie etwas wirklich wollen, feilschen Sie und verlassen Sie dann wutentbrannt den Laden. Man wird Ihnen meistens nachlaufen und nochmals im Preis nachlassen.
– Schnelles Rechnen auf dem Taschenrechner, mit Zahlen um sich werfend, ist nicht seriös. Das endet nicht gut für Ihren Geldbeutel.

Beachten Sie bitte abschließend:

Die Einfuhr von Waren ist bis zu einem Warenwert von maximal 430 Euro erlaubt. Gefälschte Ware wird am Zoll abgenommen. Falls Sie also kontrolliert werden, kommt oft am Zoll das böse Erwachen. Eine Brille für 500 Euro kann zu massiven Nachzahlungen führen. Denken Sie also bitte vorher darüber nach, was Sie einkaufen und ob Sie das Risiko, am Zoll erwischt zu werden,  in Kauf nehmen wollen.

Geschrieben von Chris

Urlaub in der Türkei Teil 1: Wie finde ich das richtige Hotel?
Urlaub in der Türkei Teil 2: Was nehme ich mit?
Urlaub in der Türkei Teil 3: Die Anreise
Urlaub in der Türkei Teil 4: Im Hotel

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