Urlaub in der Türkei Teil 6: Klischees und Verhaltensregeln

By | 25. 07. 2013

Wenn wir schon beim Thema Türkei sind, können wir endlich mit Klischees aufräumen. Ich möchte Ihnen gerne einige Informationen an die Hand geben, die für Ihren Urlaub nützlich sein könnten.

“In der Türkei trägt jede Frau ein Kopftuch.”

Wir befinden uns ganz klar in einem Land, das vom Islam geprägt ist. Der Koran schreibt vor, dass eine Frau ein Kopftuch trägt. Der Papst predigt, Verhütungsmittel seien falsch.

Insofern, wenn auch der Vergleich nicht ganz treffend sein mag, zumindest in den Touristenzentren werden Sie selten Frauen mit Kopftuch treffen. Im Hotel und in den Geschäften ist mir bislang keine Frau mit Kopftuch begegnet. Ob aufgrund der deutschen Urlauber oder aufgrund der lockereren Religionsausübung weiß ich nicht.

5 x am Tag, zu bestimmten Uhrzeiten, ruft der Muezzin die Geistlichen zum Gebet. Nicht jede Moschee hat ihren eigenen Muezzin, so dass der Gebetsaufruf meist von einer zentralen Stelle über Lautsprecher kommt. Auch wenn Sie kein Wort verstehen, ruft der Sprechgesang nicht nur die Gläubigen in die Moschee, sondern preist auch Allah.

“Gott ist groß, …, auf zum Gebet.”

Vergleichbar ist dies mit den Kirchenglocken in Deutschland, die zum Gebet auffordern. Mir ist bislang noch niemand begegnet, der einen Teppich ausrollt und betet (der Islam sieht natürlich vor, dass auf dem Boden gebetet werden darf, schließlich gilt die natürliche Erde als rein) oder gar sein Geschäft zusperrt und zur Moschee eilt. Sollte trotzdem jemand in Ihrer Umgebung beginnen zu beten, sollte es der Anstand und der Respekt gebieten, sich entsprechend zu verhalten. Auch Gespräche oder gar Streitigkeiten über Religion sollten tunlichst vermieden werden.

Ganz wichtig ist die Verehrung der türkischen Flagge und Mustafa Kemal Atatürk. Atatürk ist der „Gründer“ der Türkei, wie wir sie heute kennen, politisch und kulturell gesehen. In vielen Geschäften, Häusern und auch sogar in und auf Autos findet man die Unterschrift oder ein Porträt von Atatürk. Der Name lautet übrigens “Mustafa Kemal”, der Zusatz “Atatürk” bedeutet “Vater der Türken” und ist nicht nur Namensbestandteil, sondern ein vom Parlament für ewige Zeiten vergebener Ehrentitel.

Türkische Flagge

Beim Urlaub in der Türkei
(und nicht nur dort),
sollte man die örtlichen Gepflogenheiten beachten.

Bild: Rainer Sturm/pixelio.de

Man sollte auf gar keinen Fall “witzige Fotos” mit Atatürk-Statuen oder türkischen Flaggen machen, sich in irgendeiner Weise darüber lustig machen oder abfällig äußern. Das tut zwar kein Mensch mit einem Funken Verstand im Hirn, allerdings sei darauf hingewiesen, dass es ein Gesetz in der Türkei gibt, “Gesetz über strafbare Handlungen gegen Atatürk”, das o. g. Handlungen tatsächlich mit bis zu drei Jahren Haft ahndet.

Im Jahre 2007 wurde der Zugang zu You Tube gesperrt, da dort ein Video eingestellt wurde, das Atatürk als “schwul” bezeichnete. Seit diesem Vorfall gibt es ein neues Gesetz, das Internetseiten bei solchen Vergehen sofort landesweit blockiert.

Geschrieben von Chris

Urlaub in der Türkei Teil 1: Wie finde ich das richtige Hotel?
Urlaub in der Türkei Teil 2: Was nehme ich mit?
Urlaub in der Türkei Teil 3: Die Anreise
Urlaub in der Türkei Teil 4: Im Hotel
Urlaub in der Türkei Teil 5: Einkaufen auf der Straße

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