Urlaub in der Türkei Teil 8: Auswärts essen

By | 08. 08. 2013

“Manchmal muss man auswärts essen, um zu wissen, wie gut es daheim schmeckt.” Ein Satz, den ein Freund von mir einst von sich gab, wenn auch in einem anderen Kontext.

Ich wollte nicht darüber berichten, muss es aber nun doch tun. Nach 13 Tagen „All-Inclusive-Essen“ wollten wir uns am letzten Abend mal die einheimische Küche vor Ort gönnen. Also fuhren wir für 1 Euro pro Nase mit dem Dolmus nach Side, um zu shoppen und essen zu gehen.

Lokale am Meer gibt es in einer ähnlichen Anzahl wie Sandkörner an just jenem Meer. Wir wurden direkt von einem Herrn angesprochen, der um diese Uhrzeit nur hungrige Touristen vorfindet. Die Karte unter die Nase haltend pries er uns den aufmerksamen Service an, der heute zur Feier des Tages keine Servicegebühr verlangt. Der Umtauschkurs von Lira in Euro würde aus Gründen der einfacheren Umrechnung 2,5 : 1 stehen und die Lokale direkt am Meer würden mindestens 40% mehr verlangen. Lage und so. Eine Kinderecke für die Tochter wäre auch da, so dass wir in Ruhe essen könnten.

Begeistert marschierten wir ein und setzten uns. Und, wie es versprochen wurde, tanzte sofort unser persönlicher Essensberater um uns herum. Die Karte wurde gereicht und bot eine ordentliche Auswahl.

Als der nette Food-Counselor dann die Bestellung aufnahm, machte er nebenbei den Vorschlag, er hätte heute frisches, original türkisches Kebap und würde dazu einen Vorspeisenteller empfehlen. Klassiker, Spezialität und nirgends erhältlich. Nun gut.

Ich zähle bewusst auf.
Der Vorspeisenteller bestand aus einem frischen Fladenbrot und vier Saucenklecksen, die gemeinsam mit einer Gurkenscheibe, einem Melonenstück und einem Tomatenstück serviert wurden.

Die Kleine bekam Chicken Nuggets, vier an der Zahl, mit ca. 8 Pommes und Ketchup in der Flasche, wie bei Aldis zuhause.

Das Kebap war frisch und lässt sich an einem Bild besser beschreiben. Zwei Teller, wie abgebildet. Unberührt.

Kebap

Die Frau gönnte sich dazu ein Gläschen Wein, sie bezeichnete ihn als “nicht besonders”.

Man hat nun gegessen, ich danach noch etwas hungrig.

Da die Tochter nun langsam nach dem obligatorischen Eis quäkte und man ja noch etwas shoppen wollte, verlangten wir nach der Rechnung. Das Auge schweift und stockt erschrocken, da bleibt mein Auge auch nicht trocken. Man ließ es sich genauer erläutern.

Glas Cola, 0,2l – 5 TL
Glas Cola, 0,3l – 10 TL
Glas Wein, 0,2l – 20 TL
Chicken Nuggets – 8 TL
Vorspeisenteller – 30 TL
Kebap für Zwei – 85 TL
Servicegebühr – 17 TL
Ergibt 84 Euro.

Der Kurs wurde großzügig mit 2,2 : 1 berechnet. Leider hatte, so der Mahlzeitberater, der Empfangschef nicht mitgeteilt, dass der Service heute frei wäre. So gingen wir – schockiert nach dem versprochenen Freiservice lechzend – mit 80 Euro weniger aus dem Restaurant.

Meine werten Damen und Herren, da versagt sogar die niederbayerische Tiefenentspannung. Knapp 5 Euro für das Glas Cola lässt jede Discothek vor Neid erblassen. Natürlich hätte man sich vorher erkundigen können. Oder nachverhandeln.

Trotzdem, dieses Erlebnis musste zu Papier gebracht werden.

Essen Sie im Hotel! Woanders ist es sicherlich nicht besser. Verwunderlicherweise sind die Lokale aber stets brechend voll.

Damit hat meine kleine Reihe über Urlaub in der Türkei ein Ende. Ich hoffe, es hat Ihnen gefallen. Falls Sie Fragen haben, nutzen Sie bitte die Kommentarfunktion. Ich wünsche einen schönen Urlaub.

Geschrieben von Chris

Urlaub in der Türkei Teil 1: Wie finde ich das richtige Hotel?
Urlaub in der Türkei Teil 2: Was nehme ich mit?
Urlaub in der Türkei Teil 3: Die Anreise
Urlaub in der Türkei Teil 4: Im Hotel
Urlaub in der Türkei Teil 5: Einkaufen auf der Straße
Urlaub in der Türkei Teil 6: Klischees und Verhaltensregeln
Urlaub in der Türkei Teil 7: Ausflüge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich stimme zu.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden .