Fußball-EM 2020 mit neuem Modus – 13 Länder, 13 Stadien

By | 28. 01. 2013

Die Fußball-EM 2020 wirft bereits sieben Jahre vor Beginn ihre Schatten voraus, das Exekutivkomitee der UEFA gab in der vergangenen Woche (25.01.2013) die Regularien bekannt, die sich aus dem neuen Austragungs-Modus ergeben. Erstmals soll dann eine EM-Endrunde in dezentraler Form ausgetragen und nicht mehr nur von ein oder zwei Nationen ausgerichtet werden. Wir dürften im Ergebnis faktisch eine „Europa-EM“ erleben, das Turnier findet in 13 Stadien 13 verschiedener Länder statt. Zwölf Großstädte sollen jeweils drei Gruppenspiele sowie ein Achtel- oder Viertelfinale in ihren heimischen Stadien veranstalten dürfen. Ein dreizehnter Veranstalter wird dann die Halbfinals und das Endspiel zugesprochen bekommen. Alle 53 Mitgliedsverbände der UEFA haben damit die Möglichkeit, sich unter diesen Kriterien „doppelt“ zu bewerben.

Flaggen

53 Länder wollen zur Fußball-EM 2020.

Bild: Gerd Altman/pixelio.de

Im Frühjahr dieses Jahres wird das Bewerbungsverfahren beginnen, bis zum September 2013 müssen die Bewerbungen der Länder entsprechend bestätigt werden. Bis April bzw. Mai 2014 sollen die Bewerbungsunterlagen komplett vorliegen, im September 2014 die Austragungsstädte durch das UEFA-Exekutivkomitee abgesegnet werden. Der DFB hat bereits verlauten lassen, dass sich Deutschland um die Ausrichtung der Fußball-EM 2020 bewerben wird, als Austragungsorte sind dabei Berlin, München, Dortmund und Stuttgart vorgesehen. Als erklärter Favorit für die Ausrichtung der  Halbfinals und des Endspiels gilt die Türkei, sofern nicht deren Bewerbung Istanbuls für die Olympischen Sommerspiele 2020 erfolgreich sein sollte.

Durch den neuen Modus bedingt gibt es auch Änderungen in der Qualifikation. Kein Gastgeber wird automatisch dabei sein, alle europäischen Mannschaften müssen sich qualifizieren. Die Endrunde wird dann mit 24 Mannschaften in 6 Gruppen gestartet. In allen sechs Endrundengruppen können maximal zwei Ausrichterverbände vertreten sein und jeder qualifizierte Ausrichter darf in der Gruppenphase zwei Heimspiele bestreiten. In der K.-o.-Phase gibt es keine Heimspiel-Garantie mehr.

Soweit die Formalien, aber was ist eigentlich mit den Fans? Werden sie auch dann die Stadien füllen, wenn sie dafür quer durch Europa reisen müssen? Und wie werden überhaupt Tickets vergeben? Vielleicht vorzugsweise an Sponsoren oder sonstige „Eliten“? Bleibt mit Platini & Co. das Sportliche endgültig auf der Strecke und triumphiert die totale Vermarktung? Und lässt sich die Stimmung eines solchen Turniers tatsächlich auf 13 Länder verteilen?

Ich muss zugeben, dass ich den Modus sehr skeptisch sehe! Brauchen wir diesen zusätzlichen „Europacup-Wettbewerb“ auf Länderebene wirklich? Geht es dabei nicht wieder nur um noch mehr Kommerz, zu Lasten des Sports und seiner Anhänger? Über Eure Ansichten zur Fußball-EM 2020 wäre ich gespannt …

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