Ich würde nie zum FC Bayern München gehen

By | 24. 04. 2013

«Ich meine, wenn ich 20 wär
und supertalentiert
und Real Madrid hätte schon angeklopft,
und die Jungs aus Manchester.
Und ich hätt auch schon für Deutschland gespielt
und wär mental topfit
und Uli Hoeneß würde bei mir
auf der Matte stehen.
Ich würde meine Tür nicht öffnen,
weil’s für mich nicht in Frage kommt,
sich bei so Leuten wie den Bayern,
seinen Charakter zu versauen.“

© Die Toten Hosen

Selten hatte ein Lied so viel aktuellen Bezug wie der Bayern-Song der Düsseldorfer Punkband «Die Toten Hosen». Man könnte meinen, Campino hatte Mario Götze vor Augen, als er diesen Songtext schrieb. Ich kenne keinen Verein in Deutschland, der so polarisiert wie der FC Bayern München. Entweder man liebt ihn oder man hasst ihn – dazwischen gibt es nichts.

Zugegeben, ich bin keine große Fußballsachverständige. Eigentlich habe ich wenig Ahnung von  Fußball. Aber ich kenne (und liebe) die Menschen im „Pott“. Ich mag ihre Treue zu ihrem Fußballverein und finde die Rivalität zwischen Schalke und BVB teilweise sehr amüsant (solange sie sich nicht die Köpfe einhauen).

Was allerdings den Wechsel von Mario Götze zum FC Bayern angeht, kann ich den Frust der Masse voll und ganz verstehen. Gerade beim BVB hat man ja immer das Gefühl, „da kicken ein paar nette Jungs auf Klassenausflug“. Zusammen mit ihrem „Lehrer“ Jürgen Klopp scheint es ihnen vorrangig um Spaß zu gehen. Und wenn sie derart spielerisch dann auch noch die Meisterschale und den Pokalsieg nach Dortmund holen, ist ihnen die echte Liebe der Fans gewiss. Dass es sich um hochbezahlte, professionelle Fußballspieler handelt, vergisst man dabei allzu gerne.

Ebenso wie der Weggang von Manuel Neuer von Schalke rüttelt auch der Weggang von Mario Götze vom BVB irgendwie an den Grundmauern des Fußballs, den man gerade im Ruhrgebiet ungern mit Geld und Schickimicki in Verbindung bringt.

Ein Wechsel ist ja schon schlimm genug, aber muss es dann noch Bayern München sein? Die Fans sind sauer und verstehen die Welt nicht mehr. Geld regiert die Welt. Und Geld regiert vor allem in Bayern, wie der aktuelle Hoeneß-Skandal deutlich vor Augen führt. Spiegel Online zitiert dazu Franz Beckenbauer: „Uli Hoeneß ist kein Betrüger, da ist ihm irgendein Fehler unterlaufen, das kann sein.“ Ich muss sagen, da fällt mir nix mehr zu ein …

GASTBEITRAG USCHI

2 thoughts on “Ich würde nie zum FC Bayern München gehen

  1. Dirk

    Dieser Beitrag ist mir sowas von aus der Seele geschrieben – auch wenn mir zu dem Thema ganz sicher noch wesentlich „deftigere“ Worte eingefallen wären. Natürlich kenne auch ich die Regularien des Profifußballs, aber dessen ungeachtet ist die Entscheidung von Mario Götze eine Enttäuschung. Aber ok, wer eben dicke Börse einem ehrlichen Malocherumfeld vorzieht, der soll sich halt den letzten Rest von Charakter in München versauen! Das es auch anders geht, dafür steht nicht zuletzt ein Kevin Großkreutz! „Ich bin glücklich, weiter für Schwarz-Gelb zu spielen. Ich war, bin und bleibe Borusse“, wird Großkreutz zitiert. Und man glaubt ihm das!! http://de.fifa.com/worldfootball/clubfootball/news/newsid=2055383.html
    Dass die Bayern – entgegen anderer Verlautbarungen noch vor wenigen Wochen – den nationalen Fußball wissent- und willentlich an der Spitze mit ihrer „Räuberei“ zu einem Langweiler machen, das könnte der Liga nochmal böse auf die Füße fallen!? Ein Mario Götze als „Ergänzungsspieler“ bei den Bayern wäre nämlich nicht wirklich gut für die Nationalelf, befürchte ich!? Und er wäre nicht der Erste, dem die (eigene) Gier und die der Bayern letztlich auf die Füße fällt!
    Und dass sich „Steuerflüchtling Beckenbauer“ mit Steuerhinterzieher Hoeneß solidarisch erklärt – wundert das wirklich jemanden?
    Traurig, traurig – die Entwicklung im ‚modernen Fußball‘ …

    Reply
  2. Pingback: 1. Hauptrunde des DFB-Pokal 2013/14 ausgelost | hiogi Blog

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Ich akzeptiere

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.