Musik aus dem Internet

By | 21. 08. 2013

Ein neuer Trend ist es nicht gerade, aber das Anhören von Musik aus dem Internet per Stream verbreitet sich immer weiter. Eine riesige Musikauswahl und guter Klang sind die Hauptargumente … und dass es oftmals sogar kostenlos geht oder zumindest den Geldbeutel nicht übermäßig belastet.

Musik begleitet uns quasi überall: morgens aus dem Wecker, im Auto oder in der Bahn/im Bus auf dem Weg zur/von der Arbeit oder zur/von der Schule, oftmals während der Arbeit, abends, in der Freizeit usw. Ein Alltag ohne Musik ist quasi undenkbar.

Musikstreaming-Dienste bieten diese Musik auf Knopfdruck an – egal, wo man sich befindet: Zu Hause, in der Straßenbahn, beim Joggen im Park, bei Freunden oder auf der Arbeit. Nirgendwo ist die Musik weiter entfernt als ein, zwei Klicks. Millionen von Songs, ohne eine riesige CD-Sammlung oder riesige Festplatten besitzen zu müssen.

„Cloud“ heißt das Zauberwort. Das bedeutet eigentlich „Wolke“, steht aber heutzutage als Begriff für „Datenspeicherung im Internet“. Das heißt die Musik, die man üblicherweise über Dienste wie Spotify, Simfy, Wimp, Juke, Napster usw. hören kann, kommen aus der „Cloud“, aus dem Internet.

Cds auf einer Wäscheleine

CDs sind out.
Heutzutage kommt die Musik aus dem Internet.

Bild: S. Hofschlaeger/pixelio.de

Das funktioniert im Prinzip so, dass eine Musikdatei nicht auf dem Rechner oder dem Handy oder einem sonstigen mit dem Internet verbundenen Gerät gespeichert ist und auch nicht wird, sondern das Musikstück wird „on the fly“ heruntergeladen, während es gleichzeitig abgespielt wird. Es landet temporär im Zwischenspeicher und wird hinterher wieder gelöscht.

Daraus folgt, dass man zwingend eine Internet-Verbindung benötigt, um Musik per Stream zu hören.

Die Stiftung Warentest hat ganz aktuell (in der Juli-Ausgabe 2013) verschiedene Dienste, die Musik aus dem Internet anbieten, getestet. Bereits ab 5 Euro pro Monat kann man sich unbegrenzt Musik am Computer anhören. Ab 10 Euro pro Monat kann man dies auch mit einem Smartphone oder einem Tablet-PC – zusätzlich zum Computer – tun. Man sollte sich allerdings im Klaren darüber sein, dass das Streamen von Musik über eine mobile Internet-Verbindung zu Lasten des Volumens geht und dass dieses Volumen – je nach Umfang – relativ schnell aufgebraucht sein kann. Die Klangqualität ist durchweg gut – aber das bedeutet eben auch, dass die Dateien nicht gerade klein sind. Eine durchschnittliche MP3-Datei mit 4 Minuten Dauer hat eine Größe von ca. 4 MB. 10 Dateien (also das Anhören von 10 Liedern) bringen da schon an die 40 MB auf die „Waage“ – und wenn man ein Datenvolumen von 200 oder 300 MB pro Monat hat, ist man sehr schnell an der Grenze angelangt, wo die Geschwindigkeit stark reduziert wird. In der Regel hat man jedoch die Möglichkeit, für die mobile Nutzung die Klangqualität zu reduzieren, was auch die Dateigrößen reduziert. Darüber hinaus hat man auch die Möglichkeit, Musikdateien zu Hause (beispielsweise über das WLAN) herunterzuladen und zu speichern und diese dann „offline“ – also ohne die Inanspruchnahme einer mobilen Internet-Verbindung – anzuhören. Dies funktioniert über eine besondere App des jeweiligen Anbieters – und natürlich nur so lange, wie man monatlich zahlt.

Es gibt darüber hinaus die Möglichkeit, sich individuelle Playlisten anzulegen und diese anzuhören – aber auch nur so lange, wie man Kunde ist und monatlich seinen Beitrag bezahlt.

Und hier kommt auch die große Schwäche dieses Konzepts zum Vorschein: Sobald man kündigt, ist alles weg! Man kauft keine Musik, sondern man kauft lediglich das Recht, diese Musik innerhalb eines definierten Zeitraums namens „Monat“ anzuhören. Hinzu kommt, dass der Zugang zu der großen Musiksammlung in der Regel auf eine Person beschränkt ist. Alle Anbieter schließen die parallele Nutzung auf mehreren Geräten aus. Das heißt man muss entweder mehrere Zugänge haben (und bezahlen) oder man muss sich eben absprechen, wer wann Musik hören darf.

Darüber hinaus muss man sich im Klaren darüber sein, dass man nicht alle Lieder, die man gern hören möchte, bei einem solchen Dienst anhören kann. Denn letztendlich entscheiden immer noch die Künstler selbst, ob sie die Genehmigung erteilen, dass ihre Musik per Stream im Internet verteilt wird.

Lieder von den Beatles wird man beispielsweise vergeblich suchen. Gleiches gilt für die Toten Hosen, die Ärzte oder Xavier Naidoo (wobei Letzterer kein großer Verlust ist – aber das ist die persönliche Meinung des Autors). Und wer sich beispielsweise Metallica anhören möchte, der wird nur bei Spotify fündig, denn diese Band hat einen Exklusiv-Vertrag mit Spotify abgeschlossen.

Warum das so ist, kann man nicht genau sagen: Einige Bands fürchten evtl., dass ihre Plattenverkäufe sinken, wenn sie ihre Musik für das Streaming freigeben? Man weiß es nicht genau.

Der Vorteil dieses Konzepts ist aber, dass man keinen Speicherplatz für die Musiksammlung benötigt und das die Musik überall und zu jeder Zeit verfügbar ist, sofern eine Internet-Verbindung besteht.

Mit der Durchschnittsnote „GUT“ (2,5) schnitten bei der Stiftung Warentest die Anbieter Simfy, Spotify und Wimp ab, ein „BEFRIEDIGEND“ erreichten Juke (2,7) und Napster (3,3); die Anbieter Rdio (3,8), Sony Music Unlimited (4,0), Rara, (4,2) und Deezer (4,4) kamen über ein „AUSREICHEND“ nicht hinaus.

Bei allen Anbietern fand die Stiftung Warentest übrigens deutliche Mängel in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen: viele Klauseln benachteiligen den Benutzer in unzulässiger Weise und sind daher unwirksam. Darüber hinaus versendet die Smartphone-App des Anbieters Deezer den Benutzernamen und das Passwort im Klartext über das Internet, was sehr kritisch zu bewerten ist.

Fazit: Es kostet nicht viel, man hat eine ziemlich große Musiksammlung im Zugriff (wenn auch mit teilweise deutlichen Lücken), und das alles quasi immer und überall. Es ist bequem, und wer mit ein paar Holprigkeiten leben kann, der ist mit einem Anbieter, der „Musik aus dem Internet“ anbietet, nicht schlecht beraten. Man muss einfach wissen, worauf man sich einlässt – dann ist das Konzept sicherlich nicht schlecht.

Geschrieben von Otto

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